Posts Tagged: Zeitgenössisch


21
Feb 10

[Zeitgenössisch] Die entscheidende Nacht – Tobias Wolff

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Tobias Wolff erzählt in seinen Storys von den ganz großen Momenten. Ein Bahnangestellter muss sich entscheiden: Sein Sohn ist in die Hubmechanik der hochgeklappten Zugbrücke geklettert und ein vollbesetzter Personenzug naht heran.Wessen Leben soll er retten?

Kurzweilige, manchmal anstrengende Kurzgeschichtensammlung
Tobias Wolff, Dozent an der Stanford University, ist ein Name unter den etablierten amerikanischen zeitgenössischen Autoren, wie auch Richard Ford und Jonathan Franzen. Da ich selbst eine begeisterte Leserin dieses Genres im Allgemeinen und der amerikanischen Ausprägung im Speziellen bin, griff ich in freudiger Erwartung zu dieser Kurzgeschichtensammlung um Tobias Wolffs Schreibe kennen zu lernen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es an den Kurzgeschichten liegt, aber insgesamt machten mir die Texte eher einen müden Eindruck. Es gibt ein paar wenige, die mich angesprochen haben, wie z.B. die Vater-Sohn-Geschichte, in der der Vater seinem Sohn beweisen möchte, was für ein toller, selbstbewusster Kerl er ist und beide in Lebensgefahr bringt, indem er bei stärksten Schneeverwehungen eine Absperrung durchfährt.
Viele andere Geschichten waren mir zu verworren, von der Aussage her nicht präzise genug.

Nichtsedestotrotz sind die Texte im gewohnt amerikanischen Stil allesamt schnörkellos, durchaus tiefgründig und scharf beobachtet. Wie immer geht es um gescheiterte Figuren, um hoffnungslose Situationen und um die alltäglichen Leiden der Liebe. Die ein oder andere Story war jedoch zu trocken, zu erzählt. Der unterhaltende Aspekt bleibt oft auf der Strecke.

Fazit
Nett, aber nichts, was dauerhaft hängen bleibt. Als Einstieg in Tobias Wolffs Werke scheint es mir eher ungeeignet. Ich kann nicht sagen, die Geschichten hätten mir nicht gefallen, aber insgesamt blieb die Begeisterung aus.


Die entscheidende Nacht – Tobias Wolff
240 Seiten, 2008,
Berliner Taschenbuch Verlag

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15
Feb 10

[Zeitgenössisch] Das war ich nicht – Kristof Magnusson

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Drei Personen, eine Stadt: Chicago. Jasper, Meike und Henry treffen dort, rein zufällig, aufeinander. Jasper ist Trader. Er handelt mit virtuellem Geld. Dass das mal schief gehen kann haben wir in letzten zwei Jahr im Rahmen der Finanzkrise selbst erfahren. Warum das aber schief gehen kann, was dahinter steckt und was „virtuelles Geld“ eigentlich im engeren Sinne bedeutet, das haben vielleicht nicht alle verstanden. Jasper begeht eine kleine überhebliche Dummheit, nein, eigentlich macht er alles richtig, aber es läuft eben alles aus dem Ruder. An dieser Stelle setzt Magnusson an. Der Part rund um Jasper und seine Geschäfte ist eine gute Möglichkeit die Hintergründe der Finanzwelt nachzuvollziehen. Keine Angst, dabei prasseln nicht seitenweise Fachbegriffe der Finanzwelt nieder, nein, vielmehr bekommen wir unvergleich einleuchtende Erläuterungen, die auf unterhaltsame Weise für einen Mehrwert an Allgemeinbildung sorgen.

“Es könnte so kommen wie in dem Disney-Comic, den jemand an die Wand hinter dem Wasserspender gehängt hatte: Tick, Trick und Track bieten auf einem Flohmarkt Limonade an. Tick hat einen Taler, kauft ein Glas, trinkt es. Zahlt den Taler an Trick. Der kauft damit ein Glas, trinkt es. Zahlt an Track. Auch der kauft ein Glas und zahlt mit dem Taler. So verkaufen die Drei sich reihum mit demselben Taler immer wieder neue Limonade. Als alle Flaschen leer sind, glauben Tick, Trick und Track, dass sie viel Geld verdient haben – schließlich haben sie ja jedes Glas Limonade verkauft. Als sie festestellen, dass in ihrer Kasse nur ein Taler ist, fallen sie aus allen Wolken.”

Klasse, absolut laientauglich diese Erklärung, oder?! Ja, so oder so ähnlich muss es den Finanzexperten wohl auch gegangen sein.

Neben Jasper gibt es noch Meike. Meike übersetzt überwiegend „Hausfrauenpornos“. Einmal aber darf sie ein ganz großes Werk übersetzen: „Unterm Ahorn“, vom gefeierten amerikanischen Schriftsteller Henry La Marck. Das ist ihr Durchbruch. Denkt sie.
Wir lernen Meike kennen, als sie gerade dabei ist, aus ihrem vermeintlichen Bilderbuchleben zu verschwinden. Im Prinzip hat sie in Hamburg alles, was man sich so wünschen kann: einen zuverlässigen, netten Freund (das ist jetzt mal so angenommen, wir kommen ihm nicht sehr nahe und Meike verrät auch nicht allzu viel über ihre Beziehung), weitere nette und sorgende Bekannte, alle gerade auf dem Weg Familie zu gründen und sesshaft zu werden. Meike sieht sich in die Enge getrieben, fühlt sich unwohl, vielleicht auch dem Druck der Bilderbuchgesellschaft nicht mehr gewachsen, packt ihre sieben Sachen, nimmt Abschied von Hamburg und zieht ans Ende der deutschen Welt. Dort angekommen, wartet sie nun auf das neueste Werk von Henry La Marck, das sie wieder übersetzen soll. Zuvor muss sie jedoch lernen ihr Holz zu hacken für den Ofen.

Tja, und dann gibt es noch Henry. Henry, der Schriftsteller, der mit seinem Buch „Unterm Ahorn“ den Bestseller schlechthin geschrieben hat. Henry ist gefeiert, darf in Talkshows, gemeinsam mit Elton John, auftreten und erhält Preisnominierungen. Besser könnte es nicht laufen. Schwer im Magen liegt ihm nur, dass die Menschheit gerade auf seinen Jahrhundertroman wartet, den er selbst versprochen hat zu schreiben. Noch schwerer im Magen liegt jedoch die Tatsache, dass er nicht nur nicht fertig ist mit diesem Roman, sondern, dass er noch nicht einmal ein Wort dazu niedergeschrieben hat. Er steckt ein bisschen in der Klemme. Um unangenehmen Fragen nach dem Manuskript auszuweichen haut er auf einer Party einfach ab und versteckt sich.

Jasper, Meike, Henry. So ist auch das Buch aufgebaut. Aus immer wechselnder Erzählperspektive und immer aus Sicht der jeweiligen Person berichtet, nimmt die Story eine rasante Entwicklung an. Jasper ist bereits in Chicago, Meike fliegt im Laufe dorthin und Henry ist ohnehin aus dieser Gegend. Alle drei treffen sie per Zufall aufeinander und ihr Schicksal wird auf originelle Art und Weise miteinander verwoben. Jasper ist Henrys „Business-Boy“, Meike findet Henry toll und Jasper findet Meike toll.

Kristof Magnusson hat ein tolles Händchen für’s Schreiben – das steht fest. Keine Zeile Langatmigkeit, kein Wort zu viel. Der Plot ist originell, der Spaßfaktor ganz hoch. Klasse Unterhaltung. Kurze Kapitel, rasante Handlung machen „Das war ich nicht“ zu einem rasanten Roman über aktuelles Zeitgeschehen. Hinterher passt alles, alles ist schön, es bleibt kein Türchen offen. „Das war ich nicht“ als Titel war eine gute Wahl.

Fazit
Nichts Tiefgründiges, nichts Schweres, aber flott und sehr unterhaltsam. Eine sichere Empfehlung für ein paar gelungene Lesestunden. Gute Unterhaltung!


Das war ich nicht – Kristof Magnusson
283 Seiten, 1. Auflage 2010,
Kunstmann Verlag

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Zuhause
Auf Weihnachten in Reykjavik hat Larus Ludvigsson sich so richtig gefreut. Aber dann kommt alles anders. Kurz vor der Abreise macht sein Freund mit ihm Schluss, das isländische Einwohnermeldeamt erklärt ihn für tot, und Dagur, der sich in Larus verliebt hat, begeht Selbstmord. Dagur, der aus der einflussreichsten Familie Islands stammt, war einer mysteriösen Enthüllung über seine Vorfahren auf der Spur. Larus gelingt es, hinter das Geheimnis um Dagurs Familie zu kommen. Doch dabei wird er selbst mit seiner isländischen Herkunft auf eine Weise konfrontiert, die er sich nie hätte träumen lassen …


1
Feb 10

[Zeitgenössisch - Hörbuch]: Einsamkeit und Sex und Mitleid – Helmut Krausser

Krausser Einsamkeit und...

Vincent ist Callboy, aber an Weihnachten sitzt er alleine in der Kneipe. Als die dichtmacht, lässt er sich zu Hause ein Bad ein. Beim Einsteigen wird er von einer Einbrecherin überrascht. Die beiden freunden sich an. Helmut Kraussers neuer Roman bringt zusammen, was nicht zusammengehört: Ein Kind wird entführt, eine mitternächtliche Hochzeit improvisiert, ein Gotchaschuss erkauft, der Prophet Jesaja predigt auf dem Kreuzberg – und alles ist auf ungeahnte Weise miteinander verknüpft. “Einsamkeit und Sex und Mitleid” spielt auf der Klaviatur des scheinbaren Zufalls, mischt Melodram, Ironie, Suspense und Lakonik zu einem bizarren Panorama zu einem überwältigenden Kaleidoskop des Lebens.

Über die Autorin
Helmut Krausser, geboren 1964 in Esslingen war u. a. Spieler, Nachtwächter, Zeitungswerber, Opernstatist, Sänger in einer Rock`n`Roll-Band und Journalist. (Halb-)freiwillig verbrachte er ein Jahr als Berber. Nebenbei studierte er provinzialrömische Archäologie. er schrieb Erzählungen, Theaterstücke und ein Opernlibretto.

Eine scharfzüngige, schnörkellose und skurrile Zeichnung unserer Gesellschaft auf hohem Unterhaltungsniveau!
Zugegeben, der Start ist ein wenig unruhig. Der Roman entwickelt erst nach einer geraumen Zeit Züge einer zusammenhängenden Handlung. Es treten von Beginn an sehr viele Personen auf, die scheinbar unabhängig voneinander ihr Leben führen, zwar in derselben Gegend wohnen, sich in denselben Kneipen begegnen, sich aber nicht kennen. Erst nach und nach fügen sich diese lose Fäden zu einer großen Geschichte zusammen und alle Figuren haben auf mehr oder minder seltsame Art und Weise miteinander zu tun. Es beginnt mit Vincent, einem Gigolo, der seine Wohnung nicht abschließt, was Konsequenzen hat, setzt fort mit dem Lateinlehrer Ekki, der aus fragwürdigen Gründen frühpensioniert wurde und seinen mit Leidenschaft ausgeübten Beruf als Lateinlehrer damit aufgeben musste. Weiter treten auf Dr. Thomas Stein mit seiner kampfsportlustigen Geliebten Carla, und auch dessen Frau Sarah, die erst spät aber dafür sehr pointiert in Szene gebracht wird; es gibt Sventja, eine rebellierende Vierzehnjährige, der zwei Jungs hinterher rennen, die gegensätzlicher nicht sein könnten, Janine, die abgehobene, besserwissende aber verlorene Tänzerin, die ihre Einsamkeit in einer sexuellen Affäre ertränken möchte, Uwe, Marktleiter der Lebensmittelabteilung bei Karstadt und so weiter…

Es mag auf den ersten Blick so erscheinen, als ob der Autor ein paar Personen zuviel das Wort überträgt um daraus eine gute Story zu machen. Aber weit gefehlt – er hat sie im Griff! Treffpunkt für alle ist eine Kneipe, in der die kräftige Minnie bedient, die, wie könnte es anders sein, ebenfalls mit hinein gezogen wird.

Letztlich dreht sich in diesem Buch alles um Sex. Der Titel ist also nicht nur Mittel zum Zweck sondern Programm. Auch Einsamkeit und Mitleid spielen eine große Rolle – irgendwie passt ja doch alles zusammen. Es ist Berlin, der Ton ist ruppig und schonungslos. Sexualität ist ein Geschäft – Liebe ist Luxus. Krausser tischt alles auf, was schon nur beim Zuhören manch einem einen roten Kopf bescheren dürfte. Hier geht es um verluderte Frauen, die tagsüber große Geschäfte managen, religiöse Eltern, die ihre Kinder sektenartig erziehen und zum Gespött der Gesellschaft machen, um einsame Männer mit dubiosen Beweggründen und – wieder – um Sex. Aber: es geht auch um Liebe, wenngleich diese ein bisschen anders als gewöhnlich dargestellt wird.

Elke Heidenreich sagte zu diesem Buch in ihrer Sendung auf litCOLOGNY.de:

“Das ist kein Buch für Zimperfritzen, meine Damen und Herren! Das böse Wort
mit “F” kommt auf jeder Seite darin vor!”

Ja, so ist es. Wer die Töne darunter nicht hört, der wird keine Freude an diesem (Hör-)buch haben. Denn, bei genauerer Betrachtung dreht es sich um eine Sammlung an Figuren, die einsam und orientierungslos sind und nicht so recht einen Platz im Leben finden. Manche, weil sie ihren Platz verloren haben, wie Janine, die Tänzerin, andere, weil die Gesellschaft in der sie aufwachsen sie zum Scheitern verurteilt, wie in Johnnys Fall und wieder andere, weil sie durch andere „bösartige“ Menschen von ihrem Platz verscheucht wurden. Helmut Krausser erzählt, was viele hinter verschlossenen Türen treiben, was hinter verschlossenen Türen besprochen wird und was in den Köpfen derer vorgeht, die sich hinter diesen verschlossenen Türen befinden. Jede Schicht ist dabei, jeder kriegt sein Fett weg.

Image of Einsamkeit und Sex und Mitleid

Auf skurillste Weise, über scharfsinnige Beobachtungen und mit einem satirischen Ton führt er sie nach und nach zueinander. Es löst sich nichts in Wohlgefallen auf. Manche Dinge bleiben schleierhaft (auch unnötig), andere lösen sich auf. Es ist eben so wie es ist und nicht immer ist Recht von Unrecht deutlich zu unterscheiden.

Herr Krausser scheint hierzulande, ich nehme mal stark an, dass das mit seinem deftigen “erotischen” Ton zu tun hat, eher wenig gelesen zu werden. Ich finde das schade, denn über diesen Stil hinaus, vermittelt er – zumindest in dieser Geschichte – wesentliche Denkansätze in Bezug auf unsere Gesellschaft. Ich werde diesen Autor jedenfalls auf meine Must-Read-Liste setzen, denn dieses rasante, bitterböse und kluge Buch über unsere “Möchtegern- Gesellschaft” hat mir ausnehmend gut gefallen!

Ich habe das bei Audible als Download erhältliche Hörbuch gehört, welches von Andreas Petri gesprochen wird. Andreas Petri trifft den Ton und vor allem den Unterton dieser Geschichte hervorragend. Er inszeniert glänzend und setzt die Charaktere einzeln und gekonnt um. Man könnte meinen, das Buch wäre von ihm bzw. für ihn geschrieben worden. Ich kann diese Lesung nur wärmstens emfpfehlen! Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: „Besser als selbst lesen!“

Fazit
Sehr empfehlenswert diese Gesellschaftsstudie der bösen Art! Als Hörbuch ein Hochgenuss!


Einsamkeit und Sex und Mitleid – Helmut Krausser
4 Std. 37 Min. (gekürzt), Audible Download


Audible Seite mit Hörprobe


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Weitere Bücher von Helmut Krausser

  • Eros
  • Schweine und Elefanten (1. Teil der Hagen-Trinker-Trilogie)
  • Fette Welt (2. Teil der Hagen-Trinker-Trilogie)
  • Könige über dem Ozean (3. Teil der Hagen-Trinker-Trilogie)
  • Kartongeschichten
  • Schmerznovelle
  • Die kleinen Gärten des Maestro Puccini
  • Ultrachronos
  • Substanz: Das beste aus den Tagebüchern

Ein Lesetipp zu diesem Buch

Aufzeichnungen eines Außenseiters
Price: EUR 7,95

88 used & new available from EUR 7,94


22
Jan 10

[Zeitgenössisch] Der Schuß des Jägers – Rafael Chirbes

“Die Erinnerung, sagt Jean Paul, ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Manchmal mag das zutreffen. Öfter aber ist die Erinnerung die einzige Hölle,
in die wir schuldlos verdammt werden.”
(Arthur Schnitzler)

Der Schuss des Jägers Ein Mann denkt über sein Leben nach, erinnert sich an seine Erfolge, seine Liebesabenteuer. Aus kleinen Verhältnissen hat er sich emporgearbeitet, heiratete aus Liebe eine Frau, durch die er gesellschaftlich avancierte und doch ist der Blick auf sein Leben nicht versöhnlich.

Ein alter Mann namens Carlo Ciscar, im Rollstuhl sitzend und auf den letzten Schuß wartend, blickt zurück auf ein turbulentes Leben und zieht Bilanz mit sich, mit seiner Familie,mit seinem Umfeld und mit seinen Taten.
Trotz einer großen Familie steht ihm lediglich noch ein Mensch zur Seite, sein Diener, der ihn schon ein Leben lang begleitet und ihn nun im Alter pflegt. Das Abhängigkeitsverhältnis zu diesem Diener und die Gedanken, die in Ciscar beim Anblick an diesen jungen, gesunden, kraftvollen Mann überfallen,
sind reichlich beklemmend.

In den Erinnerungen an sein Leben, begleiten wir ihn durch seine Zeit als rücksichtslosen Geschäftsmann zu Zeiten von Francos Dikatur. Jedoch, vielmehr als die Erinnerungen an seine Geschäfte dringen die Gedanken vor an seine unnahbare Frau Eva und seine vielen Geliebten.

“Es waren Abenteuer fern vom täglichen Leben, die nie den Bestand der Familie gefährdeten, …”

Das Ehepaar hatte sich nie richtig gut verstanden, es war eine reine Zweckehe, vor allem für Carlo.
Sie kam aus gebildeten und traditionellen Verhältnissen, während er sich mühevoll hoch arbeiten musste und als neureicher Emporkömmling eher einen schlechten Stand im Kreise ihrer Familie hatte. Seine Frau und er entfernten sich immer mehr voneinander, offensichtlich mit Zunahme seiner Geschäftstätigkeiten. Sie erwarb eine zwanghafte Leidenschaft zur Musik und Kunst, die Carlo Ciscar fast in den Wahnsinn trieb.
Carlo Ciscar denkt auch an seine Tochter, die während einer Reise früh verstarb, und an seinen Sohn, der ihn aufgrund seines politischen Mitläufertums hasst. Er denkt an seine Zeit als Jäger und daran, was er den Menschen und Tieren, die ihm im Leben begegnet sind, angetan hat. Und natürlich auch daran, was man ihm angetan hat.

“Und ich frage mich, warum es keine Erinnerungen ohne Gefühle geben kann.”

Nur etwas über 100 Seiten hat dieses Buch, aber es gehört definitiv zu den besten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe!
Es ist sehr berührend und eindringlich. Chirbes besitzt eine enorme Sprachgewalt, die er auf gerade mal 130 Seiten voll zur Schau stellt.

Image of Der Schuss des Jägers

Er soll gesagt haben, dass er an nichts Gutes mehr glaubt. Die Menschen sind schlecht, sie wollen immer schneller immer mehr und es ekelt ihn schlichtweg an. So ein bisschen von diesem Ekel ist zu spüren in diesem Buch (insbesondere im Bereich der Politik). Er stellt seinen Protagonisten zwar nicht bloß, allerdings, und das schmerzt mehr als eine Bloßstellung, hält er ihm einen Spiegel der Vergangenheit vor, der gnadenlos reflektiert.

“Erinnerungen besitzen eine Reihenfolge, ein Vorher und Nachher, die Zeit der Verletzungen und die der Wunden, die jahrelang weitereitern, ohne daß etwas sie heilen könnte.”

Das obige Zitat von Schnitzler trifft sehr genau den Kern der Erzählung. Es sind starke Worte um eine gescheiterte Existenz. Ein bisschen schwere Kost für einen Weihnachtsnachmittag, aber es ist die Niedergeschlagenheit auf alle Fälle wert. Ein Buch auch, dessen Nachhaltigkeit lange nach Beendigung das Bewusstsein erreicht.
Sehr empfehlenswert!


Der Schuß des Jägers – Rafael Chirbes
128 Seiten, Antje Kunstmann Verlag
2006, Taschenbuch, 10 Euro

Weitere Informationen


Bücher von Rafael Chirbes im Überblick

Der Schuss des Jägers
Price: EUR 10,00

55 used & new available from EUR 1,95

Krematorium
Price: EUR 22,00

127 used & new available from EUR 1,06

Der lange Marsch: Roman
Price:

2 used & new available from EUR 5,00

Alte Freunde: Roman
Price:

7 used & new available from EUR 0,88

Der Fall von Madrid: Roman
Price: EUR 8,95

75 used & new available from EUR 4,19

Die Schöne Schrift
Price: EUR 7,90

107 used & new available from EUR 0,50


21
Jan 10

Buchvorstellung: Tirza – Arnon Grünberg

Tirza Jörgen Hofmeester, Ende fünfzig, wohlhabend, aber freigestellt, geht ganz auf in seiner Vaterrolle. Vor allem, seit seine Frau ihn verlassen hat. Tirza, so heißt sein Augenstern, die jüngere Tochter. Nach dem Abitur will sie auf Reisen nach Afrika gehen. Dann hat Hofmeester ausgedient, wird keine Rolle mehr spielen – und deshalb fällt er aus der Rolle …

Meinungen zu diesem Buch im Net

Weitere Bücher des Autors

Der Vogel ist krank
Price: EUR 10,90

110 used & new available from EUR 0,10

Blauer Montag
Price: EUR 9,90

99 used & new available from EUR 1,44

Tirza
Price: EUR 11,90

107 used & new available from EUR 1,95

Phantomschmerz
Price: EUR 9,90

103 used & new available from EUR 0,94

Gnadenfrist
Price: EUR 8,90

110 used & new available from EUR 0,10


19
Jan 10

[Zeitgenössisch] Die Haarschublade – Emmanuelle Pagano

Die Haarschublade
Mit der Schule war natürlich Schluss, als das erste Kind zur Welt kam. Ihre Chance auf ein normales Leben dahin. Nun arbeitet sie als Aushilfe in einem Friseurgeschäft, um etwas Geld dazu zu verdienen, und auch, um sich dem Alltag mit Titouan und Pierre wenigstens vorübergehend zu entwinden. Außerdem mag sie Haare, nicht nur die ihrer Söhne. Der jüngere ist ein zappliger Kobold, der ältere lebt still in einer eigenen, fremden Welt. Ohne Selbstmitleid und Bitterkeit sorgt und lebt und liebt sie, Tag um Tag. Fraglos haben ihre Eltern und manche andere in dem Provinzort eine Meinung zu all dem – und eine Lösung parat. Doch entscheiden muß sie sich allein. In diesem Buch stellt sich Emmanuelle Pagano erneut einem existenziellen Thema: Minimalistisch, präzise und pur erzählt sie die Geschichte einer Liebe ohne Echo.

Der Stil
Eine namenslose alleinerziehende Mutter, ihre zwei Kinder und der Alltag dieser kleinen Familie bilden den sehr minimalistisch gehaltenen Rahmen dieser Geschichte. Sie ist in einer beeindruckenden und erdrückenden Erzählweise verfasst. Wörtliche Rede sucht man vergebens. Kurze, schnörkellose Sätze erzeugen eine dichte Atmosphäre. Offensichtliche Emotionen aber findet man kaum – man beobachtet und fühlt sich schlecht.

Der Plot
Hier wird das Leben einer sehr jungen Mutter in einzelnen Kapiteln rückblickend von ihr selbst aufgearbeitet. Ihre erste Schwangerschaft, die sie aus der Not heraus zu verbergen versucht hat und der hohe Preis den sie und das Kind dafür zahlen mussten. Ihre zweite Schwangerschaft, die ebenfalls aus schlimmsten Umständen heraus “passierte”, der sie sich jedoch stellte. Ihr Umfeld, ihre Eltern, die gesellschaftlichen Konventionen sind nur schwer mit ihren Umständen in Einklang zu bringen. Und das spürt der Leser.

Image of Die Haarschublade

Im Bann des Lesens
Dem Lesesog mag man sich ab der ersten Seite kaum entziehen. Das ist auch nicht notwendig, denn mit den knapp 130 Seiten (in großzügig gehaltener Schriftgröße) und vielen kurzen Kapiteln, ist das Buch rasch ausgelesen. Allerdings, und das mag vielleicht an der knappen Handlung liegen, bleiben manche Ansätze eben auch nur Ansätze. Großartig umgesetzt ist die spät einsetzende aber dafür umso kräftigere Mutterliebe der Ich-Erzählerin zu ihrem behinderten Kind. Es ist ein respektvoller Blick auf das Handeln der Mutter. Sie kämpft in allen Situationen. Das es jedoch auch Situationen gibt (geben muss), in denen ein Mensch an seine Grenzen stößt, in denen die pure Verzweiflung steckt, diese werden in einem Akt der Bewunderung und aus Respekt der Mutter gegenüber nur rudimentär beleuchtet.

Fazit
Dieses Buch setzt den Alltag einer sehr jungen, alleinerziehenden Mutter mit einem behinderten und einem gesunden Kind sehr ergreifend und sehr menschlich in Szene, stets mit einem klärenden Blick auf den Hintergrund der Ich-Erzählerin. Und nicht zuletzt ist es der Epilog, der die Story in ein interessantes Licht rückt.


Die Haarschublade – Emmanuelle Pagano
144 Seiten, Wagenbach Verlag
1. Auflage, August 2009
Hardcover, 16,90 Euro


Weitere Bücher von Emmanuelle Pagano

Die Haarschublade
Price: EUR 16,90

111 used & new available from EUR 2,99

Der Tag war blau
Price: EUR 17,90

103 used & new available from EUR 0,99


15
Jan 10

Hörbuch: Das Muschelessen – Birgit Vanderbeke

“Das es an diesem Abend zum Essen Muscheln geben sollte, war weder ein Zeichen noch ein Zufall. Ein wenig ungewöhnlich war es, aber es ist natürlich kein Zeichen gewesen, wie wir hinterher manchmal gesagt haben. Es ist ein ungutes Omen gewesen, haben wir hinterher manchmal gesagt, aber das ist es sicherlich nicht gewesen und auch kein Zufall. Gerade an diesem Tag wollten wir Muscheln essen, ausgerechnet an diesem Abend, haben wir gesagt, aber so ist es wiederum auch nicht gewesen, keinesfalls kann man von Zufall sprechen. “

Vanderbeke Muschelessen

Die wenigen Stunden, die der Familienvater sich verspätet, und während derer die Frau und die beiden jugendlichen Kinder wartend am Abendessenstisch sitzen, genügen, um aus der sorgfältig ausbalancierten Kleinfamilie einen Haufen zersprengter Einzelteile zu machen.
Die drei sitzen vor einem Berg Muscheln, die sich eklig schmatzend öffnen und die eigentlich niemand außer dem Vater gerne ißt, und sie beginnen in dieser unerwarteten Auszeit miteinander zu sprechen. Es entsteht so plötzlich wie überraschend ein Riß in der familiären Scheinidylle. Der Vater wird besichtigt und es bleibt nicht besonders viel übrig von diesem Mann und seiner fragwürdigen väterlichen Autorität.
Birgit Vanderbeke läßt das Labor Familie in die Luft fliegen, sie zieht den Stöpsel, und durch eine kleine Veränderung in der Versuchsanordnung kommen der repressive Mief und der kleinbürgerliche Ehrgeiz, aber auch die versteckte Liebe zutage.

Wow!
Ich bin platt. Und ich bin mir sehr, sehr sicher, dass ich an dieser Geschichte so gar keinen Gefallen gefunden hätte, hätte ich sie in Buchform konsumiert. Das Hörbuch aber, gesprochen selbst von der Autor, vorgelesen, mit der Stimme der Schreibenden und damit auch in ihrem Sinne, hinterlässt einen tiefen und bleibenden Eindruck – bei mir zumindest.

Es gibt zahlreiche gegenläufige Meinungen zu dieser Familiengeschichte. Viele langweilen sich. Das ist sogar verständlich. Die Sätze sind lang, teilweise sehr lang. Und das nicht etwa aufgrund ihres entsprechenden Inhaltes, den sie in sich tragen, nein, sie sind lang, weil der Inhalt sich ständig wiederholt.

Im Grunde ist das, was wir uns vorgestellt hatten, als wir das Muschelessen geplant hatten, im Verhältnis zu dem, was dann daraus geworden ist, von ziemlich geringfügiger Besonderheit, von einer untergeordneten jedenfalls, während das, was dann geworden ist, von erheblicher, ja gewaltiger und außerordentlicher Besonderheit ist, aber keinesfalls kann man sagen, es ist ein Zeichen oder ein Zufall gewesen, dass es an dem Abend Muscheln hat geben sollen, was die Lieblingsspeise von meinem Vater gewesen ist.

Image of Das Muschelessen, 3 Audio-CDs

In Buchform serviert kann das sicherlich recht schnell ermüden. In Hörbuchform aber, mit dem besonderen Etwas der Autorin gelesen, ist es wahrlich ein “Hörknaller”. Die Handlung spitzt sich äußerst schleichend zu. Das Geschehen, aus Sicht der Tochter erzählt, beginnt völlig unspektakulär. Ja, der Vater hat die eine oder andere Macke, aber herrje, welcher Vater hat die nicht. Gerade unsere Familienoberhäupter sind ja für ihre “Diva-Allüren” bekannt. Das sich hinter diesem Vater aber ein verabscheungswürdiger Mensch verbirgt, kommt aus den Rückblenden der Tochter erst langsam ans Tageslicht. Dabei legt sie, vor allem zu Beginn der Geschichte, großen Wert darauf eine Art neutrale Haltung gegenüber dem Familiengeschehen einzunehmen. Diese Haltung relativiert sich natürlich zunehmend im Laufe der Geschichte bis hin zum Ende, wenn davon gesprochen, sich das nicht mehr bieten zu lassen.

Der Spiegel schrieb zu diesem Titel:

“Am Ende wandert mit den ungegessenen Muscheln ein ideologischer Grundpfeiler des Bürgertums auf den Müll: die Idee der Familie.”

Die Aussage wirkt ein wenig pathetisch – Birgit Vanderbeks Story übrigens auch an einigen Stellen. Den Kerngedanken jedoch trifft sie auf den Punkt.

Fazit
Literatur vom Feinsten! Birgit Vanderbeke entwirft ein ausdrucksstarkes Bild, mit Fokus auf die Fassaden eines Familienlebens, über das es sich lohnt nachzudenken. Ein Hörbuch, das ich in sehr guter Erinnerung behalten werden.
Und eines steht fest: Nach der Lektüre dieser Geschichte dürfte jeder den Unterschied zwischen notwendig und hinreichend nicht nur im Ansatz verstanden haben.


Das Muschelessen
Birgit Vanderbeke
ungekürzte Autorenlesung,
170 min., Audiobuch Hamburg


Weitere Bücher von Birgit Vanderbeke

Friedliche Zeiten
Price: EUR 6,95

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Gut genug
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Ich will meinen Mord
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Geld oder Leben
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Ich sehe was, was du nicht siehst
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Die sonderbare Karriere der Frau Choi
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Alberta empfängt einen Liebhaber
Price: EUR 7,95

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30
Nov 09

[dbp 2008] Der Turm – Uwe Tellkamp

“Uwe Tellkamps großer Vorwenderoman ,Der Turm’ entwirft in einer Fülle von Szenen, Bildern und Sprachformen das Panorama einer Gesellschaft, die ihrem Ende entgegentaumelt. Am Beispiel einer bürgerlichen Dresdner Familie erzählt er von Anpassung und Widerstand in einem ausgelaugten System. Der Roman spielt in den verschiedensten Milieus, unter Schülern, Ärzten, Literaten und Politkadern. Uwe Tellkamp schickt seinen rebellischen Helden Christian Hoffmann auf eine Höllenfahrt, aus seiner Enklave in den Militärdienst bis zum Strafvollzug der NVA. Den Lesern erschließen sich wie nie zuvor Aromen, Redeweisen und Mentalitäten der späten DDR. Unaufhaltsam treibt das Geschehen auf den 9. November zu.”
[Begründung der Jury, Quelle: Website des Deutschen Buchpreises]

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Kurzbeschreibung
Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze – oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.

[avhamazon locale="DE" asin="3518420208" linktype="pic" picsize="medium"]

Ich selbst habe das Buch bisher nicht gelesen, verlinke nachfolgend jedoch auf zahlreiche Quellen mit Besprechungen und freue mich auch über Kommentare zum Buch.

Uwe Tellkamps Buch hat sich gegen folgende Titel durchgesetzt (Amazon-Verlinkungen)
[avhamazon locale="DE" asin="3518461451" linktype="text" picsize="small"] – Dietmar Dath
[avhamazon locale="DE" asin="3442739071" linktype="text" picsize="small"] – Sherko Fatah
[avhamazon locale="DE" asin="3442739764" linktype="text" picsize="small"] – Iris Hanika
[avhamazon locale="DE" asin="3423138300" linktype="text" picsize="small"] – Rolf Lappert
[avhamazon locale="DE" asin="3423138769" linktype="text" picsize="small"] – Ingo Schulze

Besprechungen zum Buch
Büchereulen Forum, Perlentaucher, Die Zeit online, FAZ.NET, Liisas Litblog, Literaturkritik, Dieter Wunderlich

Sonstige Informationen
Die Website zum Buch des Suhrkamp Verlages (inkl. Leseprobe und Autoreninfos)
Uwe Tellkamp bei Wikipedia

Weitere Bücher von Uwe Tellkamp
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