Wenn eine Schwangerschaft zu früh endet
Kurzbeschreibung
Etwa jede fünfte Schwangerschaft endet zu früh mit einer Fehlgeburt. Frauen leiden oft jahrelang unter diesem Verlust, geben häufig sich selbst die Schuld und fühlen sich von ihrer Umwelt unverstanden. Kaum jemand spricht darüber, außer in der Anonymität des Internets: Die einschlägigen Foren, wie z. B. www.sternenkinder.de, quellen über von dem Mitteilungsbedürfnis der Nutzerinnen.
Dieser Ratgeber lässt Betroffene und Ärzte zu Wort kommen, erläutert medizinische Hintergründe und bietet psychologische Hilfe. Ein sensibel geschriebenes und aufklärendes Buch zu einem wichtigen Thema. Prof. Dr. med. Ragosch, bekannt aus der ZDF Dokumentation „Babystation“, erklärt die medizinischen Hintergründe.

Jede Schwangerschaft ist anders… Und jede birgt die Gefahr einer Fehlgeburt in sich… Dieser Tatsache ist man sich als Frau meist bewusst. Und trotzdem ist es eines der härtesten Schicksalsschläge, die eine Mutter treffen kann nach der großen Freude der Schwangerschaft: die große Leere der Seele, die der Verlust hinterlässt. Wie geht man damit um? Wie lässt sich der Schmerz ertragen?
Das Buch setzt genau an dieser Stelle an. Es ist eine erste Anlaufstelle für Betroffene. Zwar gibt es nicht mehr oder weniger Antworten auf die bereits vielfach gestellte Fragen, aber es liefert gute Ansätze um ein besseres Verständnis zu unterstützen. Am hilfreichsten – vor allem in den ersten Tagen – sind allerdings die Erfahrungsberichte anderer Menschen, die ihre Kinder auf diese Weise verloren haben. Es ist nicht die Tatsache, dass Ihnen das gleiche widerfahren ist hilfreich, sondern der Umstand das alle, und wirklich alle, irgendwann wieder zuversichtlich in die Zukunft schauen können. Aus keinem Bericht, aus keinem Forenbeitrag Betroffener geht hervor, dass eine Frau aufgrund einer Fehlgeburt ihren Traum von einem (weiteren) Kind aufgegeben hätte. Das macht Hoffnung. Denn genau dies kann man sich erst einmal nicht mehr vorstellen. Diesen Verlust noch einmal ertragen? Niemals…
Im Vorwort schreibt die Autorin gemeinsam mit dem Herausgeber:
“Doch erst die Bereitschaft zahlreicher Mütter und Väter, ihre ganz persönlichen »Sternenkinder«-Geschichten mit eigenen Worten zu erzählen – und so Verzweiflung, Gefühlschaos und neue Zuversicht hautnah nachempfinden lassen -, macht dieses Buch zu einem wirklichen Ratgeber.”
Und es ist wirklich so. Der Verlust eines Menschen, den viele gekannt haben, ist nie so einsam, wie der Verlust eines Kindes, dass nie leben durfte, welches aber “in den Herzen ihrer Mütter und Väter gleichwohl für immer den ihnen gebührenden Platz gefunden haben“.
Ein wichtiges Thema auch, auf das im ersten Kapitel eingegangen wird, ist die des frühen Verlustes. Vielfach äußert sich die Umwelt auf eine Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft mit folgenden oder ähnlichen Worten: “Sei froh, dass es jetzt abgegangen ist und nicht erst im achten Monat!” oder “Du hast doch ein gesundes Kind. Sei froh darum!” oder “Das sind jetzt die Hormone. Dir wird es bald besser gehen…”.
Für eine Frau, die sich ein Kind wünscht und schwanger wird, das Leben in sich spürt, die Veränderungen ihres Körpers mit einem Glücksgefühl annimmt – mit dem Gefühl des freudigen Erwartens auf ein neues Leben nach neun Monaten -, für eine solche Frau, gibt es selten etwas Schlimmeres als das Kind zu verlieren. Natürlich steht außer Frage, dass der Tod eines Kindes zu einem Zeitpunkt, zu dem es schon als Mensch erkennbar ist (und in manchen Fällen auch überlebensfähig gewesen wäre) eine andere Sache. Dennoch ist ein Verlust in der Frühschwangerschaft ebenfalls grausam. Die Bindung einer Mutter zu ihrem Kind beginnt genau in dem Moment, in dem sich die Mutter dafür entscheidet eine Beziehung aufzubauen. Das mag in der ersten Schwangerschaft noch etwas später sein (manchmal aber auch nicht), aber spätestens in der zweiten Schwangerschaft, sobald man weiß, was es bedeutet, ein Kind zu lieben und einfach alles dafür zu tun, liebt man dieses Kind von Anfang an mit einer Intensität, die Außenstehende wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen können. Das mag sich rein vom Verstand her auch völlig unrealistisch anhören, denn schließlich ist das Kind in einem Frühstadium noch kein Kind, sondern ein Zellklumpen. Aber Herz und Verstand sind leider meistens nicht so sehr im Einklang in solchen Angelegenheiten. Was zählt sind die Bilder im Kopf: das Ultraschallbild mit dem sichtbar pochenden Herzen, die kleine Nabelschnur, der kleine Kopf- und Körperansatz und die Freude darüber einem Kind das Leben schenken zu dürfen. Keineswegs möchte man sich unnötig mit dem Gedanken befassen (müssen), dass mit diesem Kind eventuell etwas nicht in Ordnung sein könnte – oder mit dem eigenen Körper.
Das erste Kapitel trägt die Überschrift “Wenn die Seele Trauer trägt” und geht in der Hauptsache auf den Aspekt des “Loslassens” ein. Es geht um das Gefühlschaos, die Trauerverarbeitung, die Partnerschaft und Anlaufstellen für Hilfe. Das Kapitel liefert eine Menge Erfahrungsberichte betroffener Eltern, die in dieser schwierigen Zeit immens helfen können und ist mit Sicherheit das wichtigste Kapitel des gesamten Buches. Denn alles, was darauf folgt, sind zwar gute und wertvolle aber dennoch auch Informationen, die man fast überall her bekommt.
Fazit
Dieses Buch kann weder die Trauerarbeit abnehmen noch Antworten auf die Warum-Frage geben. Aber die darin enthaltenen Erfahrungsberichte sind voller Hoffnung, Zuversicht und Mut, damit eine große Stütze in einer schwierigen Zeit und machen dieses Buch zu einem wertvollen Ratgeber. Es beinhaltet daneben viele wichtige Informationen für Eltern deren Kinder in der Spätschwangerschaft verstorben sind.
Nichtsdestotrotz ist es “nur” ein Buch, welches das Gespräch/den Erfahrungsaustausch mit Betroffenen nicht ersetzen kann.
Sternenkinder – Wenn eine Schwangerschaft zu früh endet – Birgit Zebothsen (Autorin), Prof. Dr. med. Volker Ragosch (Hrsg.)
189Seiten, Softcover, 2007
17,95 Euro,
Südwest Verlag






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