Es stehen zwei länge Zugfahrten an und ein paar Nächte in Hotelzimmern. Da es sich bekanntlich in Hotelbetten nicht so gut schlafen lässt wie in den eigenen Federn zu Hause, muss entsprechend für Unterhaltung gesorgt werden. Nominierungen gab es genug, geschafft haben es nur ein paar wenige…
Gewonnen und mit auf die Reise dürfen folgende (Hör-)Bücher:
Das aktuelle Buch
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Der menschliche Makel – Philip Roth
Die Thematik strengt ein bisschen an. Ich befürchte, dass Buch wird die Tage über sehr wenig gelesen werden. Trotzdem, es ist die aktuelle Lektüre und darf von daher nicht ausgeschlossen werden.
Es ist der Sommer 1998, der Sommer, in dem der amerikanische Präsident wegen einer sexuellen Affäre zum Gegenstand einer Hexenjagd wird. Ähnlich verfolgt von Heuchlern und Parisäern fühlt sich Coleman Silk, Professor für Altphilologie an einer noblen Ostküsten-Universität. Erst bezichtigt man ihn des Rassismus – zwei Wörter genügen, um seine lange, brillante Karriere zuschanden zu machen. Dann setzt es sich eine junge Kollegin in den Kopf, ihn als sexistischen alten Lüstling zu entlarven. Und schließlich wird er bedroht vom Exmann seiner Geliebten – Faunia, halb so alt wie er, arbeitet als Melkerin und Putzfrau und kann zudem weder schreiben noch lesen. Colemans Frau, so glaubt er, haben seine Kollegen auf dem Gewissen, diese rechtschaffenden Saubermänner. Seine Kinder wenden sich empört von ihm ab, weil sie sein Verhältnis zu Faunia nicht billigen können. Der wahre Skandal ist aber ein ganz anderer: Fünfzig Jahre lang hat Coleman das große Geheimnis seines Lebens selbst vor seiner Frau gehütet, und nun, da es aufgedeckt wird, stehen alle Dinge in einem völlig neuen Licht da.
Das aktuelle Zweitbuch
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Radio Heimat – Frank Goosen
Die perfekte Wegfahr-Lektüre. Ein paar Seiten bereits angelesen und herzlich gelacht. Die Zugfahrt verspricht unterhaltsam zu werden, wenn’s so weitergeht…
»Woanders is auch scheiße!«
Erfrischend ehrlich, wahrhaft komisch, entwaffnend sentimental – Frank Goosens geschichtensattes Hohelied auf das, was ihm und auch uns allen Heimat ist: die liebenswerte Haut, aus wir nicht mehr können.
Wo sonst auf der Welt wird die fröhliche Begrüßung »Ey, Jupp, du altes Arschloch!« als freundschaftliche und ehrerbietig empfunden? Nirgends, nur entlang der A 40, im Herzen der schönsten deutschen Provinz, die zwar nicht wirklich viel Gegend hat, dafür aber jede Menge skurrile, herzliche, raue, gnadenlos ehrliche Ureinwohner. Denn »es geht um die Menschen«, und von diesen Menschen erzählt Frank Goosen in seinem ganz besonderen, sehr persönlichen Ton. Er fördert Kindheitserinnerungen von Omma und Oppa (die im Bochumer Rathaus wohnten und stadtbekannt waren) zutage, er durchstreift mit Mücke, Pommes und Spüli die Untiefen einer Jugend, er steht an der Seltersbude auf ein Bierchen, leidet und jubelt mit den Fans im Stadion, durchkämmt Schrebergärten und Zechen, Industriebrachen und Einkaufszentren.
Das aktuelle Hörbuch
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Der Koch – Martin Suter
Die Hälfte ist bereits gehört, allerdings dürstet es micht nicht unbedingt nach mehr… Ich kann mich derzeit nur den allgemeinen Stimmen anschließen: interessante Themen, die einzeln für eigene Bücher ausgereicht hätten. Bisher wirkt es recht überladen und zusammenhanglos.
Maravan, 33, tamilischer Asylbewerber, arbeitet als Hilfskraft in einem Zürcher Sternelokal, tief unter seinem Niveau, denn Maravan ist ein begnadeter, leidenschaftlicher Koch. In Sri Lanka hatte ihn seine Großtante in die Kochkunst eingeweiht, nicht zuletzt in die Geheimnisse der aphrodisischen Küche. Als er gefeuert wird, ermutigt ihn seine Kollegin Andrea, die von seinen Fähigkeiten weiß, zu einem Deal der besonderen Art: einem gemeinsamen Catering für Liebesmenüs. Anfangs kochen sie für Kunden, die ihnen eine Sexualtherapeutin vermittelt. Doch ihr Erfolg spricht sich herum, und eine weitaus zahlungskräftigere Klientel bekundet Interesse: Männer aus Politik und Wirtschaft – und deren Grauzonen. Maravan hat Sorge, das Geschäft könne unanständig werden. Und das wird es. Doch er benötigt das Geld, um seine Familie in Sri Lanka am Leben zu erhalten.
Ein unterhaltsames Hörbuch
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Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe – Gernot Gricksch
Es steht schon seit längerem aus, mal etwas von Gernot Gricksch zu lesen oder zu hören. Ich freue mich auf gute Unterhaltung ohne hohen Anspruch beim Hören.
Robert glaubt nicht an die große Liebe – schon gar nicht, dass man ihr in einer chemischen Reinigung begegnet. Doch genau dort steht der verwöhnte Schnösel plötzlich vor Monika, die sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt und fast zwanzig Jahre älter ist als er. Für Robert steht fest: die oder keine. Monika denkt: Nein danke. Doch ganz so einfach ist es nicht …
Was für den Anspruch
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Abendland – Michael Köhlmeier
Ich habe keine Ahnung, was mich hier genau erwartete. Das macht es aber besonders spannend.
Carl Jacob Candoris – Mathematiker, Weltbürger, Dandy und Jazz-Fan – ist fünfundneunzig, als er seine Lebensbeichte ablegt. Aufschreiben soll sie der Schriftsteller Sebastian Lukasser, Sohn des Gitarristen Georg Lukasser, den Candoris in den Jazz-Kellern im Wien der Nachkriegsjahre kennengelernt hat. Candoris erzählt von seinem Großvater, der in Wien einen berühmten Kolonialwarenladen betrieb; von seinen seltsamen Verwandten, bei denen er in Göttingen während seines Studiums lebt und die Größen der Naturwissenschaft kennenlernt; und vom Wien der Nachkriegszeit – wo Sebastians Geschichte beginnt, die Geschichte einer Selbstfindung, die sich über die zweite Hälfte des Jahrhunderts zieht. Im Spiegel zweier ungleicher Familien entsteht so ein kluger, reicher, witziger und lebenssatter Generationenroman über unsere Zeit.
Ebenfalls anspruchsvoll…
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Kinder fordern uns heraus – Rudolf Dreikurs
Man würde nicht glauben, dass dieses Buch schon in den sechziger Jahren geschrieben wurde. Ich bin begeistert!
Kinder fordern uns heraus ist ein kompetenter Ratgeber bei ganz konkreten Alltagsproblemen. Anhand von 34 Erziehungsprinzipien werden genervte Eltern und entnervte Lehrer dazu ermutigt, weniger direkten Einfluss auf Kinder und Jugendliche zu nehmen und ihnen mehr Autonomie zuzubilligen. Dem Buch liegen die Auffassungen von Alfred Adler zugrunde, wonach Kinder die Konsequenzen ihres Handelns selbst spüren müssen – je älter sie werden, desto direkter. Im Grunde ganz einfach – könnte man denken.


