“Uwe Tellkamps großer Vorwenderoman ,Der Turm’ entwirft in einer Fülle von Szenen, Bildern und Sprachformen das Panorama einer Gesellschaft, die ihrem Ende entgegentaumelt. Am Beispiel einer bürgerlichen Dresdner Familie erzählt er von Anpassung und Widerstand in einem ausgelaugten System. Der Roman spielt in den verschiedensten Milieus, unter Schülern, Ärzten, Literaten und Politkadern. Uwe Tellkamp schickt seinen rebellischen Helden Christian Hoffmann auf eine Höllenfahrt, aus seiner Enklave in den Militärdienst bis zum Strafvollzug der NVA. Den Lesern erschließen sich wie nie zuvor Aromen, Redeweisen und Mentalitäten der späten DDR. Unaufhaltsam treibt das Geschehen auf den 9. November zu.”
[Begründung der Jury, Quelle: Website des Deutschen Buchpreises]
[avhamazon locale="DE" asin="3518461605" linktype="pic" picsize="medium"]
Kurzbeschreibung
Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze – oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.
In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.
Ich selbst habe das Buch bisher nicht gelesen, verlinke nachfolgend jedoch auf zahlreiche Quellen mit Besprechungen und freue mich auch über Kommentare zum Buch.
Uwe Tellkamps Buch hat sich gegen folgende Titel durchgesetzt (Amazon-Verlinkungen)
[avhamazon locale="DE" asin="3518461451" linktype="text" picsize="small"] – Dietmar Dath
[avhamazon locale="DE" asin="3442739071" linktype="text" picsize="small"] – Sherko Fatah
[avhamazon locale="DE" asin="3442739764" linktype="text" picsize="small"] – Iris Hanika
[avhamazon locale="DE" asin="3423138300" linktype="text" picsize="small"] – Rolf Lappert
[avhamazon locale="DE" asin="3423138769" linktype="text" picsize="small"] – Ingo Schulze
Besprechungen zum Buch
Büchereulen Forum, Perlentaucher, Die Zeit online, FAZ.NET, Liisas Litblog, Literaturkritik, Dieter Wunderlich
Sonstige Informationen
Die Website zum Buch des Suhrkamp Verlages (inkl. Leseprobe und Autoreninfos)
Uwe Tellkamp bei Wikipedia
Weitere Bücher von Uwe Tellkamp
[avhamazon locale="DE" asin="3458193235" linktype="pic" picsize="medium"] [avhamazon locale="DE" asin="342313870X" linktype="pic" picsize="medium"] [avhamazon locale="DE" asin="3518461613" linktype="pic" picsize="medium"]
Ähnliche Beiträge:
[dbp 2007] Die Mittagsfrau – Julia Franck “Vor dem Hintergrund zweier Weltkriege erzählt Julia Franck die verstörende Geschichte einer Frau, die ihren Sohn verlässt, ohne sich selbst zu finden. Das Buch überzeugt durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. Ein Roman für lange Gespräche.” [Begründung der...[dbp 2006] Die Habenichtse – Katharina Hacker “Katharina Hackers Roman Die Habenichtse erzählt die Geschichte von Haben und Sein neu. Ihre Protagonisten sind in den Dreißigern, wissen alles und kennen doch eines nicht: sich selbst. Sie lassen sich treiben und sind gleichermaßen Getriebene. In einer flirrenden, atmosphärisch...
[dbp 2005] Es geht uns gut – Arno Geiger “Arno Geiger gelingt es, Vergänglichkeit und Augenblick, Geschichtliches und Privates, Erinnern und Vergessen in eine überzeugende Balance zu bringen. Es geht uns gut ist nach Überzeugung der Jury ein Roman, der ebenso genau wie leicht vom Gewicht des Lebens spricht.”...
[dbp 2009] Du stirbst nicht – Kathrin Schmidt “Der Roman erzählt eine Geschichte von der Wiedergewinnung der Welt. Silbe für Silbe, Satz für Satz sucht die Heldin, nach einer Hirnblutung aus dem Koma erwacht, nach ihrer verlorenen Sprache, ihrem verlorenen Gedächtnis. Mal lakonisch, mal spöttisch, mal unheimlich schildert...
