Kurzbeschreibung
Stress im Alltag, danach hektisch ins Freizeitvergnügen, dazwischen hurtig, hurtig in die Kantine oder der schnelle Griff zu Tiefkühlpizza, Miracoli und Co. – so sieht die Situation bei vielen aus, ob bei Familien oder Singles. Dass kulinarische Langeweile keineswegs zum Alltag gehören muss und man es besser machen kann, zeigt diese 20-Minuten-Küche: Hier gibt es über 150 unkomplizierte und abwechslungsreiche Rezepte mit dem Genuss-Plus, die dank einfacher Zubereitung und Supermarkt-Zutaten in max. 20 Minuten auf dem Tisch stehen. Genau richtig für die Bedürfnisse von heute – von Sandwich und Salat bis Schnitzel und Spätzle-Pfanne.
Die Herausgeberin
Cornelia Trischberger hat ihre Koch-Leidenschaft zum Beruf gemacht und ist erfolgreiche Autorin und Food-Journalistin. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und einer Ausbildung an der Journalistenschule war sie Ressortleiterin für Kulinarisches bei einer großen Frauenzeitschrift. Als Testesser für ihre neuesten Küchenkreationen vertraut sie auf das strenge Urteil von Tochter Theresa.
Tolle Ideen für die schnelle und gesunde Küche!
Der Klappentext verspricht 150 unkomplizierte und abwechslungsreiche Rezepte und damit verspricht er nicht zuviel.
Wie gewohnt ist auch dieses GU-Kochbuch reich und hochwertig bebildert und macht Appetit auf mehr. Die Gerichte, die ich bisher nachgekocht habe (Linsentopf mit Lauch, Zucchini-Tortilla-Pfanne und Marseiller Bohnentopf) waren tatsächlich rasch zubereitet, gekocht und sehr lecker.
Ein kleines Manko ist die fleisch- und fischlastigkeit der Rezepte. Wünschenswert wären hier Angaben von Alternativen zu den häufigen Fleisch- oder Fischprodukten. So hätten auch diejenigen etwas von diesen wunderbaren Rezepten, die nicht ganz so häufig mit Fleisch/Fisch kochen. Allerdings stellt es meist kein Problem dar, das Fleisch oder den Fisch einfach auszulassen (abgesehen von den entsprechenden Gerichten, die sich darauf konzentrieren natürlich).
Was hier besonders positiv auffällt, ist der Fokus auf die Verwendung frischer Zutaten. Trotz schneller Kücher sollte die Zubereitung nicht darunter leiden. Damit hebt es sich von der Masse ab, denn nicht selten wird die Verwendung von TK- und/oder Dosenprodukten empfohlen anstatt darauf hinzuweisen, dass frische Zutaten sich ebenfalls schnell zubereiten lassen.
Fazit
Dieses Kochbuch enthält tolle Rezepte und auch Ideen für Rezepte, die leicht und mit gängigen Zutaten nachzukochen sind und damit voll überzeugen. Rundum empfehlenswert!
Über eine vegetarische Ausgabe davon würde ich mich auch riesig freuen…
Der Inhalt
- Alles aus einem Topf
- Alles aus einer Pfanne
- Schnelle Nudeln
- Schnelles Fleisch
- Schneller Fisch
- Salate zum Sattessen
- Snacks zum Sattessen
- Süsse Blitzdesserts
20 minuten sind genug – Cornelia Trischberger [Hrsg.]
187 Seiten, Gebunden, 2010, 14,90 Euro,
Gräfe & Unzer Verlag
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Annika Reich erzählt in ihrem Roman unterhaltsam und intelligent von Hoffnungen und Enttäuschungen. Am Schluss stellen die vier Frauen fest: Auch wenn sie Verbündete sind, ihre Wünsche sind voll von Gegensätzen. Leben lernen muss jede für sich selbst.
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Es fällt mir einigermaßen schwer, für dieses Buch die Worte zu finden, die beschreiben, was ich darüber denke, es aber dabei nicht in einem allzu schlechten Licht belassen. Soviel steht fest: es war nichts für meinen Geschmack. Dabei hatte ich mir sehr viel erhofft, gehöre ich doch am Rande schon zur Zielgruppe der angesprochenen Leserschaft.
So harmlos, wie die Kurzbeschreibung daher kommt, ist die Geschichte der vier Protagonistinnen nicht. Der Klappentext klingt unterhaltsam? Nicht wirklich. Die Story ist eher zermürbend, wenig melancholisch, bisweilen hoch depressiv.
Wenn das die Mittdreißigerinnen von heute sind, dann hat die Psychatrie alle Hände voll zu tun. Da wäre zum einen Alison, die völlig hörig ihrem Victor hinterher rennt, der sie alle paar Tage sitzen lässt, abtaucht, um dann wieder aufzutauchen. Alison wirkt dabei so unerträglich naiv und unreif, dass es mir absurd erscheint, bei einer solchen Frau und ihrer Problematik von alltäglichen Problemen der Frauen Mitte dreißig zu sprechen. Oder nehmen wir Siri. Siri ist bereits verheiratet, hat einen wunderbaren Sohn und einen Mann, der sie offenbar liebt. Und trotzdem, diese Bindung scheint der allergrößte Fehler ihres Lebens gewesen zu sein, weshalb bei Siri nicht mehr die Rede sein kann von “Angst vor dem Scheitern”. Sie ist gescheitert. Zumindest stellt sich die Situation so dar. Stellt sich die Frage nach Fluch oder Segen was zuletzt dann passiert…
Yoko und Friederike sind tatsächlich eher normal. Und trotzdem, auch mit diesen Figuren konnte ich mich zu keiner Zeit identifizieren. Mittlerweile weiß ich auch warum. Annika Reich hat die Figuren nicht genügend voneinander differenziert. Sicher, sie haben alle ihre ganz eigenen Probleme, und dennoch erleben sie ihre Gefühle alle auf die gleiche Art und Weise. Alle heben in ihren Gedanken und mit ihren Problemen völlig ab. Die Problemlösungstrategien sind im Prinzip nicht unterscheidbar und damit wirken die Themen und mit ihnen die Figuren eher belanglos. Ich wurde nicht mitgezogen, ich habe nicht mitgelitten. Spätestens nach der zehnten methaphorischen Beschreibung eines einzelnen Gedankengangs wird es schlichtweg langweilig.
Annika Reich hat sicher Talent zum Schreiben, das steht außer Frage. Allerdings hat sie meiner Meinung nach für dieses Buch viel zu sehr ausgeholt. Es häufen sich pseudointellektuelle Abschnitte, die oftmals völlig kontextfrei in den Raum geworfen werden. In unberechenbarem Tempo gibt es dramatische Szenenwechsel zwischen irreal/real. Ich mag solche metaphorischen Ausschweifungen nur bedingt. Sie müssen stimmig sein. Das ist der Autorin hier nicht gut gelungen. Es wirkt aufgesetzt und gezwungen abstrakt. Direkt wäre mir lieber gewesen. Die eigentliche Problembewältigung rückt damit weit in den Hintergrund.
Als Beispiel sei Yokos Umgang mit dem Tod ihres Vaters aufgeführt. Yoko ist offensichtlich überzeugt davon, die Schuld am Krebstod ihres Vaters zu tragen. Nach dessen Tod packt sie ihre Sachen und zieht nach Deutschland, da ihr Vater über Literatur eine große Bindung zu Deutschland hatte.
Yoko ruft eines Tages in Japan an, um an vertraute Stimmen zu kommen. Sie sagt nichts, bis auf: Er ist tot. Die Schwägerin, die den Hörer abnimmt am anderen Ende, beginnt zu Schreien, da sie denkt es dreht sich um ihren Mann. Die Mutter, die im selben Haushalt lebt, nimmt den Hörer in die Hand und sagt: Er lebt, meine Tochter ist tot.
Daraufhin durchlebt Yoko folgendes:
Ihre Fersen hoben vom Boden ab. Die weißen Holzbohlen unter sich. Sie verfolgte die weiße Linie bis zur Wand, glitt die weiße Wand hinauf, das Mauerwerk löste sich auf, wälzte sich als weiße Lawine auf sie zu. Sie rang nicht nach Luft. Sie verlor den Boden unter den Füßen, breitete die Arme aus und wurde von der weißen Welle davongetragen. Die Telefonschnur riss, sie sah die getrennte Leitung als unterbrochene Linie im weißen Raum. Schon wieder so eine filigrane Zeichnung, in die sie geraten war. In einer Art Zeitlupe schaute sie sich dabei zu, wie sie sich auf der weißen Welle aus dem Raum bewegte. Die Lawine entzog ihr das weiße Hemd und umschloss sie nun ganz und gar. Kalt war es nicht, eher lauwarm, nichttemperiert. Die Linie der gerissenen Leitung verblasste, und das Weiß wurde allgegenwärtig. Wieder mischten sich Worte und Bilder in ihr Schweben. Auf einmal fühlte sich das Weiß so an, als sei es aus hauchdünnem Papier und ihr Körper eine gezeichnete Linie, nur Umrisse. Sie rieb eine Haarsträhne zwischen den Fingern. Sie fühlte sich wie eine Perücke an.
Was man dem Buch gut entnehmen kann ist Annika Reichs Liebe zu Japan. Was ich in diesem Zusammenhang sehr interessant fand, war die Erwähnung des japanischen Dichters und Schriftstellers Mishima Yukio, auf dessen Werke und Person ich jetzt recht neugierig geworden bin.
Fazit
Leider hat Annika Reichs Stil nicht meinen Geschmack getroffen. Zuviel Bilder, zuviel poetische Ansätze, die eigentlich hätten keine sein müssen und zu wenig realistische. Stil und Thema wollen sich hier nicht so recht zu einem Ganzen vereinen.
Durch den Wind – Annika Reich
336 Seiten, Gebunden, 2010, 19,90 Euro,
Hanser Verlag
Weitere Besprechungen
Weitere Informationen
Yoko spricht im Zusammenhang mit ihrem Vater vom japanischen Schrifststeller Mishima Yukio. Mishima Yukio war ein japanischer Dichter und Schriftsteller, der laut Wikipedia “sowohl für seine nihilistische Nachkriegsliteratur als auch für die außergewöhnlichen Umstände seines Suizids” bekannt ist. Sein Selbstmord bestand aus dem Ritual des Seppuku, bei dem der sitzende Mann sich ausgehend von der linken Seite den Bauch waagrecht aufschlitzt und somit die Aorta anschneidet oder zertrennt.
Mishimas Bücher
Über Mishima
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